Radebrecher-Bashing

Es ist ja momentan anscheinend schick, Menschen die in der Öffentlichkeit stehen und ein eher erheiterndes Englisch sprechen („radebrechen„) mit Hohn und Spott zu überziehen. Siehe Günther Oettinger und Guido Westerwelle. Nur ist es halt nicht so, dass diese Leute sich eine unbedachte Peinlichkeit erlauben – nein, sie versuchen es ja wirklich und meinen es gut.

Ich frage mich dabei also eines: wie viele derer, die da so herzlich laut und schadenfroh lachen wären wohl in der Lage, auch nur zwei korrekte englische Sätze im freien Gespräch von sich zu geben? Günther Oettinger schafft es – frei reden, und das vor laufender Kamera (ich meine damit nicht die Rede die er abliest, sondern den zweiten Teil des Videos; und ich denke außerdem, er ist sich des Malus seiner englischen Aussprache durchaus bewusst). Davor kann ich nur den Hut ziehen.

„Wir“ sind halt keine Engländer – sondern Deutsche. Unsere Sprache ist halt anders. Und Dialekte machen es nicht einfacher (erst recht nicht wenn man in Stuttgart geboren wurde, aber das ist eine andere Geschichte:). Wie viele Engländer sprechen wohl eine Fremdsprache so, dass sie nicht nur korrekte Sätze bilden, sondern die Worte die sie dazu benötigen auch richtig aussprechen und betonen?

Ja, der Vergleich hinkt, weil Deutsch international nicht die gleiche Bedeutung hat wie Englisch… dennoch ist es legitim dies auch mal von der anderen Seite zu betrachten, oder?

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