Fleisch

Nachdem ich meinen Facebook-Account reaktiviert habe 😛 war einer der Links die ich dort gepostet habe der zur PETA-Seite „meat.org“ (Achtung – der Film der dort läuft und von Paul McCartney kommentiert wird ist nichts für schwache Nerven – auf der anderen Seite: wer sich Fleisch aus dem Supermarkt kauft sollte das anschauen können und müssen!).

Ich will meine Gedanken zum Thema „Fleisch als Nahrungsmittel“ etwas ausdehnen. Meiner Meinung nach ist es nämlich nicht verkehrt, dass wir Menschen Fleisch von Tieren verzehren.

Es ist aber sehr sehr SEHR verkehrt, was aus dem Ergebnis von mühevoller Jagd und dem Beute machen (denn da kommt der Fleischverzehr ja her) in Form von industrieller „Fertigung“ von Fleischwaren heutezutage geworden ist. Dort liegt meiner Meinung nach der Fehler. Nicht im Fleischverzehr an sich.

Durch Freunde und Bekannte weiss ich: es gibt Tiere die in einer schönen Umgebung pfleglich aufgezogen werden, und doch hat ihr Leben am Ende nur einen Sinn: das Überleben der Menschen die sie aufziehen zu sichern. Ein Beispiel:

Bekannte betreiben in Österreich eine Mostschänke und züchten Puten. Jedes Jahr um die 70 Stück. Die Tiere haben einen Stall, tagsüber eine riesengroße Wiese auf der sie frei herumspazieren, sie flattern auf den Zaun und glotzen die Menschen die die Mostschänke besuchen mit ihrem Putenblick komisch an. Und im November werden sie geschlachtet – zum Teil für den Eigenbedarf der Mostschänke (in Form von Putenaufstrich, Putenfrikadellen, Putenschnitzeln, usw. usf.), zum Teil werden sie dann verkauft.

Ich habe im November 2008 beim Schlachten zugeschaut. Meine damalige Freundin und ich haben jedes Jahr eine Pute gekauft und im Laufe des Jahres verzehrt, also dachte ich mir: wenn ich das Fleisch der Pute esse, und die Suppe schlürfe die aus ihren Knochen und Knorpeln gekocht wird, dann muss ich mir das anschauen und es aushalten.

Der Herr des Hauses geht mit einer Eisenstange in den Putenstall und schlägt eine Pute bewusstlos, trägt sie aus dem Stall, hängt sie mit Schlaufen an den Füßen an eine Metallkette, nimmt den Kopf, schlägt ihn ab. Die bewusstlose Pute flattert danach wie verrückt und das Blut spritzt ihr aus dem offenen Hals. Der Mann trägt daher Regenschutzkleidung wie ein Passagier auf der „Maid of the Mist“. Es dauert keine 30 Sekunden, dann ist die Pute tot und es wird mit der Verarbeitung begonnen.

Nachdem ich nun beschrieben habe wie diese Puten aufwachsen, und wie sie sterben die Frage: ist das OK? Kann man dieses Fleisch ohne Gewissensbisse essen? Ich finde: JA – denn der Unterschied zur industriellen Massentierhaltung und Verarbeitung (inklusive Lebendtiertransporten und andere Abscheulichkeiten und Wirren unserer globalisierten Welt – in der die Krabben von der Nordsee zum puhlen nach Nordafrika geflogen werden und anderer unfaßbarer Blödsinn) könnte größer nicht sein.

Und diese Auswüchse müssten auch alle gar nicht sein wenn wir unseren Fleischverzehr reduzieren würden und uns auf den Wert des Fleisches besinnen. Ein Beispiel aus meiner Kindheit:

Wir waren in Südtirol und haben Urlaub auf einem Bauernhof gemacht. Am Sonntag wurden wir von den Bauernsleuten (zwei Schwestern) zum Essen eingeladen worden – es gab Speckknödel mit Gulasch. Da saßen also 5 Personen am Tisch in der Bauernstube, und in der Mitte eine große Schüssel mit etwa 10-12 dampfenden frischen Speckknödeln, und daneben ein kleines Schüsselchen mit dem Gulasch. Jeder konnte sich an den Knödeln so richtig satt essen – und bekam 4 oder 5 Stückchen Fleisch und Soße dazu.

Und heute? Die arbeitende Bevölkerung geht mittags in die Kantine, oder zum Mittagstisch ins Gasthaus („Abo-Essen“), und sehr selten bekommt man überhaupt eine vernünftige (sprich: warme, zubereitete, vollwertige) vegetarische Mahlzeit. Nein, es gibt Fleisch. Jeden Tag. In Mengen. Frühstück ohne Schinken? Abendessen ohne Streichwurst? Für viele ist das doch undenkbar.

Wen wundert es, dass bei der „Herstellung“ dieser schieren Mengen an Fleisch menschliche Werte und die Wertschätzung des Lebens an sich auf der Strecke bleiben? Die Menge an Fleisch, die uns zur Verfügung steht und die wir jeden Tag verzehren ist fernab von jeglicher Vernunft.

Meine persönliche Einstellung zum Thema Fleischverzehr ist also: Man sollte ein Tier, dass sein Leben dafür gibt um uns Menschen als Nahrung zu dienen stets würdig, ehrenvoll und mit Respekt behandeln. Und wenn wir nicht sicher wissen, dass das bei dem Fleisch dass wir zu verzehren gedenken sichergestellt ist, dann sollten wir dieses gar nicht erst kaufen.

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1 Comment

  1. Kann ich nur voll und ganz zustimmen.Es muss immer beachtet werden das Fleisch von Tieren kommt also von Lebewesen und die muss man auch als solche behandeln und nicht das "Ding".Wir haben bei uns z.B. früher auch Hühner und Enten gehalten und selber geschlachtet (die können ohne Kopf sogar noch ein Stück fliegen!) und unser Fleisch kaufen wir auch vom Dorfmetzger aus eigener Schlachterei wo wir wissen das die Tiere aus unserer Umgebung kommen und in der Regel Artgerecht gehalten werden.

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