Untersuchung und Interview

Timeline. Ich bin gestern abend mit dem Auto nach Frankfurt gefahren um die Kombination aus ärztlicher Untersuchung und anschließendem Interview beim Generalkonsulat zu absolvieren. Für andere Visa-Typen kann man das auch in München machen, für das Verlobtenvisum (K-1) ausschließlich in Frankfurt. 5 1/2 Stunden Autofahrt, Abendessen in einer Raststätte, danach ein langer Stint nach Frankfurt mit zum Glück normalem Verkehr. Toni ist natürlich daheim geblieben, wegen Urlaubszeit hatte das Frauchen (meine Exfreundin) leider keine Möglichkeit aufzupassen, aber es fand sich eine nette Bekannte die sich um Toni kümmert.

Ich habe ein Zimmer in einer Pension in der Nähe der Arztpraxis reserviert. Angekommen, den Schweiß der Autofahrt (Juli… ideal…) weggeduscht, bißchen gelesen und ins Bett. Wenig Schlaf, nervös, es ist zu warm, macht man das Fenster auf ist es zu laut, dann ist es auch schon 6 Uhr früh, auf, duschen, anziehen, Frühstück im Hotel, erstmal viel Kaffee trinken! 🙂 Dann zur Arztpraxis, schon bißchen nervös… vor der Türe steht schon ein junger Bursch, wir sind ein wenig früh dran. Die Türe geht auf und sie öffnet sich in meine Richtung, so bekomme ich die erste Wartenummer zugeordnet und der junge Bursch ist angepisst (hinterher stellte sich natürlich raus, dass das völlig egal war).

Man durchläuft dann so ein paar Stationen, Röntgenbild der Lunge, Blutabnahme, allgemeine Untersuchung inklusive Kontrollblick auf die Eier (wozu auch immer). Der Spaß kostet 130 Euro, die Krankenkasse zahlt das natürlich nicht. 🙂 Die CD mit den Röntgenbild bekommt man gleich mit, der Rest wird von der Praxis ans Konsulat übermittelt.

Die Zeit ist schon ein bißchen knapp als ich die Praxis verlasse, auf dem Weg zum Generalkonsulat ist dann auch noch eine Baustelle mit Umleitung, und um 9:30 Uhr ist doch mein Termiiiiiin! Als ich auf der Suche nach einem Parkplatz am Konsulat vorbeifahre trifft mich der Schlag: eine lange Menschenschlange am Eingang! Oha, das ist wohl ein etwas größeres Ding… als ich endlich einen Parkplatz gefunden habe ist der 10 Minuten Fußmarsch vom wirklich riesigen Gelände des Konsulats entfernt (später stellte sich dann heraus, dass es ein „speziell gekennzeichneter Anwohnerparkplatz“ war…).

Außen ist ein erster Schalter wo man sich mit seinem Kram anmeldet und eine Nummer bekommt, dann geht’s in die nächste Warteschlange, in den Innenbereich (da wird einem dann klar, daß das mit dem Termin nicht sooooo extrem genau geht:-). Flughafensicherheit mit Metalldetektor und so, und die CD vom Arzt darf nicht mit rein – wie blöd, das hätte mir der Arzt ja sagen können… (man bekommt eine Aufbewahrungsnummer und bekommt sie dann von den Sicherheitsleuten zurück wenn man fertig ist). Danach geht’s dann über den Hof ins eigentlich Gebäude wo die Interviews stattfinden.

Ich weiss ja nicht was ihr Euch unter „Interview“ vorstellen würdet – ich persönlich dachte an so eine Art Vorstellungsgespräch wo die Unterlagen angeguckt werden, recht förmlich (ich hab mir ne schicke Hose angezogen, und Anzugschuhe!)… von wegen! Das Hauptgebäude ist riesig, eine Schalterhalle mit 300 Sitzen zum Warten, sieht ein bißchen aus wie ein großes Postamt. Kopierer und Fotokabine sind auch da, für den Fall dass man vergessen hat seine Originalunterlagen zu kopieren, oder keine aktuellen Passbilder im US-Format (quadratisch) hat.

Nach kurzem Warten wird auch schon meine Nummer wird angezeigt, mit der Nummer des Schalters zu dem ich soll. Erste Station, dort wird geschaut ob man alle Unterlagen hat und ob die Visumsgebühr bereits bezahlt ist (habe ich vorab gemacht: 387 Euro). Dann wieder warten. Dann zum nächsten Schalter. Dort werden die mitgebrachten Unterlagen (Originale und Kopien) miteinander abgeglichen, die Kopien wandern in eine schon ganz beträglich dicke Akte (kein Wunder bei dem ganzen Papierkram den man schon in der Vorbereitung hinschicken musste), die Originale bekommt man wieder. Dann wieder warten. Der junge Bursch von der Arztpraxis ist auch da, wartet auch. 🙂

Dann der dritte und letzte Schalter, diese Konversation ist zum ersten Mal in Englisch, und der junge Herr ist wohl irgendwie „offizieller“ als es der Bürokram an den ersten beiden Schaltern war. Er fragt nach ein paar Details, wie man sich kennengelernt hat, was man beruflich macht, solche Sachen, meint dann, dass das alles ganz gut aussehe, nimmt meine Fingerabdrücke ab (alle 10 Finger), und das war es. Echt?! Das war das „Interview?!“ Alles in allem war ich keine Stunde im Generalkonsulat, und das meiste davon war Wartezeit.

Den Reisepass lässt man im Generalkonsulat, er wird einem per Einschreiben (den an sich selbst addressierten und vorfrankierten Umschlag muss man mitbringen) zurückgeschickt. Hoffentlich klebt dann ein Visum drin! 🙂

Zurück am Parkplatz zum Glück kein Knöllchen, und dann auf die Heimreise.

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