Musik (1)

Ich wollte schon lange mal erzählen was ich für Musik höre, wie ich dazu kam, was mich damit verbindet. Denn irgendwie ist Musik etwas ganz besonderes für mich. Ich will also einfach mal erzählen wie sich mein Musikgeschmack entwickelt hat. Eine Art Autobiographie die niemandem gefallen muss, die ich nicht verkaufen will, ich will sie einfach nur erzählen. Für mich selbst. Also fange ich einfach mal damit an.

So ganz nebenbei gibt es damit vermutlich viele viele Links zu YouTube (von denen hoffentlich wenigstens ein Teil auch außerhalb der USA funktioniert, die Plattenfirmen sind da ja etwas äh… altmodisch aufgestellt) und damit also hoffentlich Spaß und Verwunderung bei schrägen Videos. Ich habe es schon immer sehr gemocht solche Dinge mit anderen zu teilen. Wenn nur ein einziger Leser dieser Zeilen auf diese Weise auf Musik stösst die er noch nicht kannte und die ihn (oder sie) berührt, dann freue ich mich darüber.

Meine frühesten Erinnerungen an eine bewusste Wahrnehmung von Musik gehen zurück zu der Zeit als ich 9 oder 10 Jahre alt war. Es gab das eine oder andere Lied, das mir gefiel, ich hatte einen Kassettenrekorder mit dem ich einfach so Lieder aus dem Radio aufnahm. Mehr oder weniger wahllos. Es war nicht die bewusste Beschäftigung mit einem konkreten Stil sondern einfach nur die Suche nach „klingt gut“. Ein paar der Lieder an die ich mich erinnere sind z. B. „Abracadabra“ von der Steve Miller Band (da ist so eine Art „Solo“ drin, ziemlich schräg, ziemlich gut), oder „Deja Vu“ von Spliff (ja, ganz schön merkwürdig, aber hey, diese Kombination aus Gitarre, Synthflächen und dem geilen Slapbass, dazu der schräge „Gesang“ mit den schrägen Lyrics…. finde ich heute noch klasse!), oder – Achtung – die „Kalte Insel“ von The Days. 🙂 (so nebenbei: spätestens dann wenn man sowas sucht und findet muss man doch YouTube einfach lieben, oder?)

Als ich dann 12 oder 13 war wurde Musik auch zu einem Stück „Kultur“ für mich – es war auch die Zeit die heute als „die eightiiiiiies!“ gefeiert wird. Cyndi Lauper’s „She Bop“ ist ein Stück aus dieser Zeit an das ich mich erinnere, und „Road to nowhere“ von den Talking Heads (deren David Byrne mir sehr viel später wieder musikalisch begegnen würde als ich den Songs von einigen Compilations nachging – das wunderschöne „Machu Picchu“ von seinem „The Forest“ Album sei hier erwähnt – was für ein wunderbares Stück!), und „Such a shame“ von Talk Talk (mit diesem leicht schrägen Orgelversatz nach dem Refrain).

In dieser Zeit fielen auch viele (das erste Mal…) auf Dieter Bohlen rein (ich weiß wirklich nicht wie ich das besser sagen soll), vermutlich wegen Thomas Anders, denn mal ehrlich: Bohlen war schon immer saupeinlich, und selbst in meinem zarten jugendlichen Alter blieb mir nicht verborgen, dass sich der zweite Hit der ersten Platte genauso anhört wie der dritte Hit der zweiten Platte und der erste der Dritten. Oderso. Cheri Cheri Lady, you can win if you want my heart and my soul und dann fahren wir mit Brother Louie in Geronimo’s Cadillac nach Atlantis (das is nämlich Calling). Nein, ich setze absichtlich keine Links in diesem Absatz – man hat ja schließlich seinen Stolz, und die Erinnerungen schmerzen auch so schon genug, oder?

Dann waren da natürlich die Meister der Fönfrisur, dieses immer noch irgendwie witzige Discoding „You spin me round“ mit dem Spinner mit der Augenklappe, und nicht zu vergessen Boy George mit dem Culture Club. Klar, die zeitliche Abfolge ist ziemlich wirr, aber darum geht’s ja auch nicht.

Neben der Popmusik dieser Zeit streiften mich natürlich auch die späten Mainstreamausläufer der „Neuen Deutschen Welle“ (der Link führt zum englischen WP-Artikel, der listet wenigstens gleich mal ein paar Künstler- und Bandnamen auf) – hach, wir haben sogar im Deutschunterricht mit unserer Lehrerin über Falco’s absolut skan-da-löses „Jeannie“ diskutiert! Ansonsten fand und finde ich aus dem Mainstream der NDW eigentlich nichts besonders erwähnens- oder erinnerungswürdig.

Aber weil die Videos, die Auftritte und die Klamotten so zum Brüllen sind seien aus diesem Grund doch ein paar aufgelistet: der Goldene Reiter von Joachim Witt erwähnt (welcher Jahre später mit seinem pompösen Schmalzpop a la „Die Flut“ nochmal zurückkehrte, anstatt in Würde zu altern – na ja). Und der spacige Refrain vom „Major Tom“ war schön, ja sicher… (der Link geht zur englischen Version, denn… haha… OMG gebt Euch den Text und den deutschen Akzent – voll Panne oder?). Hubert Kah – heiliger Bimbam, geht dieser Aufzug als Jugendsünde durch? Trio’s „Da Da Da“ muss man erwähnen (später entdeckte ich dann den musikalischen Tausendsassa Uwe Schmidt, der sich dieses wundersamen Liedguts als Senor Coconut nochmal angenommen hat und eine Latin-Version gezaubert hat die ich – wie die vielen anderen Latin-Remakes die er mittlerweile gemacht hat – auch erwähnen muss; und wer bei „Beat It“ nicht wenigstens grinsen muss geht zum Lachen vermutlich in den Keller).

Tja, so begann das also. Wie kann ich das nun zusammenfassen? Als ich begann bewusst Musik zu hören befand sich die massengerechte Musik (und nichts anderes ist das alles ja) definitiv im Aufwind der synthetischen und elektronischen Klangerzeugung, und diese Klänge haben mich angesprochen, oder vielleicht geprägt. Ich habe keine Ahnung was zuerst kam, aber das macht ja auch nichts. Ich hoffe das Lesen hat dem einen oder anderen bis hierhin Spaß gemacht. Weiter geht’s dann irgendwann mit dem Schwenk zu den harten Stromgitarren. 🙂

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