Auto fahren

Wir kommen gerade vom DMV zurück. Lalala: mit der „Notice of Action“ (I-797) die ich habe kann man keinen Führerschein bekommen. Es gibt nämlich verschiedene Typen davon. Die heissen alle so, und haben auch die gleiche Nummer, aber das eine ist eine „Receipt Notice“, das andere eine „Approval Notice“. Ich habe die Receipt Notice, und das ist nicht das richtige Dokument. Da wiehert der Amtsschimmel aber mal wieder ganz ganz laut (ja, ich hab das auf der Webseite des DMV gelesen und dachte wirklich, was ich habe sei richtig).

Nach mehr als drei Monaten des Wartens also immer noch kein kalifornischer Führerschein. Nochmal zur Wiederholung: den braucht man für die Versicherung. Es ist überhaupt kein Problem, hier mit einem deutschen Führerschein zu fahren – der wird anerkannt (sofern es der neue Führerschein im Scheckkartenformat ist). Man braucht auch keinen internationalen Führerschein (der wird auch gar nicht anerkannt). Nur die Autoversicherung will einen lokalen Führerschein. Sonst gibt’s keine Versicherung. Und ohne Versicherung darf man nicht Auto fahren.

Ein geeignetes Dokument für das DMV wäre zum Beispiel die Arbeitserlaubnis. Die habe ich noch nicht, und ich gehe anhand der Schilderungen eines Bekannten davon aus, dass es auch noch mindestens einen Monat dauern wird bis ich diese habe.

Noch. Mehr. Warten?

Nach einem mittelmäßigen Ausraster meinerseits (hey, keine Details, war auch wirklich nur ganz kurz – ich habe nichts zerstört, den Hund nicht übermäßig erschreckt und keine Dinge durch den Raum geworfen) haben wir eine andere Versicherungsgesellschaft angerufen. Und die sagte: ist doch überhaupt kein Problem, natürlich werde ich als Ehemann mitversichert, ganz egal welchen Führerschein ich habe. WTF?!? Mit diesem Wissen haben wir dann nochmal bei der bestehenden Versicherung nachgefragt und denkt Euch was der Mann zu Shuwen sagt: „wie, ihr seit verheiratet? Ja dann darf Dein Mann fahren, er ist mitversichert.“

Nicht das wir ihm genau das schon am 29. November letzten Jahres gesagt hätten (nach dem ersten Fehlversuch beim DMV, als die Restlaufzeit des I-94 zu kurz war um noch den Führerschein zu beantragen – da hatten wir ihn nämlich schon mal angerufen). Nein, nein, er hat uns nur einfach so gratuliert, weil er ein freundlicher Mensch ist. ARGH!!!

Seit dem 22. November 2010 hätte ich also bereits mit dem Auto meiner lieben Frau fahren dürfen. Seit dem 22. November hätten wir schon ganz konkret nach einem Auto gucken können. Stattdessen bin ich jeden Tag mit Toni hier um die Häuser spazieren gegangen und habe die wunderschönen Straßenzüge der 4S Ranch genossen, bin zu Fuß oder mit dem Radl zum Supermarkt gegangen (das ist ja nicht schlecht), und habe die liebe Frau gefragt ob wir da und dort hinfahren können.

Ich weiß gerade nicht ob ich lachen oder weinen soll.

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1 Comment

  1. Meien Scheiße…. ich dachte wirklich HIER in good old Gernmany sind Ämter anstrengend, aber wenn ich das so lese…Glaub mir, wir haben auch schon so unsere Erfahrungen gemacht. Frisch verheiratet, im bayrischen Oberand, auf´m Einwohnermeldeamt, argwöhnische Blicke und ein "…wos isn dees?? Des hod´s ja no nia gem…"Also ich fühle mit Dir und gratuliere zur Fahrerlaubnis! Immer lieber lachen! 😉

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