Benzinpreise im weltweiten Vergleich

Meine deutschen Freunde sind ja immer völlig von den Socken ob der amerikanischen Benzinpreise: so etwa 70 Euro-Cent pro Liter Normalbenzin hier in Kalifornien (in anderen Bundesstaaten ist es günstiger), je nachdem wie der aktuelle Benzinpreis gerade ist. In Kalifornien war er letztes Jahr aufgrund einiger Besonderheiten und Ereignisse ziemlichen Fluktuationen ausgesetzt: in Kalifornien ist ein spezielles „Sommerbenzin“ vorgeschrieben, dass den Schadstoffausstoss reduzieren soll (was in der Praxis wohl ziemlicher Quatsch ist). Dieses Sommerbenzin wird nur in kalifornischen Raffinerien produziert, und davon war eine nach einem Brand ausser Betrieb, die andere wegen Wartungen auf reduzierter Kapazität: der Benzinpreise schnellte dadurch um bis zu 50% nach oben.

Aber das wir immer nur nebenbei. Der eigentlich Grund für diesen Post ist dieser Link: Gas Prices around the World.

Man betrachte in den diversen Statistiken/Graphiken mal nicht die Benzinpreise an sich, sondern wie viel prozentuales Haushaltseinkommen in den jeweiligen Ländern für Sprit ausgegeben wird: Deutschland ca. 1%, USA ca. 3%. Das ist umso bemerkenswerter, als das in den USA die Löhne (in vergleichbaren Jobs) deutlich höher sind (die Sozialleistungen sind dafür deutlich schlechter, also müssen die Leute selbst mehr auf die Seite packen um für Arbeitslosigkeit oder Krankheit gerüstet zu sein, von Rente ganz zu schweigen).

Amerikaner geben also im Vergleich tatsächlich viel mehr Geld für Benzin aus als Deutsche. Wer hätte das gedacht? Sicher, hier fahren viel dickere Autos rum deren Benzinverbrauch deutlich höher ist (unser Mazda 3 mit 2.3er Maschine – kleiner gibt es nicht! – braucht ca. 9-10l Normalbenzin auf 100km, meinen 1.6er Focus in Deutschland bin ich mit 7l/100km gefahren). Aber der Verbrauch von amerikanischen Autos insgesamt sinkt. Die Realität kommt also auch hier an. Nur etwas später. 😛

Die amerikanische Wirtschaft ist damit wohl auch viel stärker von Öl abhängig als die deutsche das ist. Das ist ob der Entfernungen, die beim Güter- und Personentransfer in diesem riesigen Land zurückgelegt werden müssen zwar verständlich, trotzdem ist das aus meiner Sicht bedenklich und sicher eine Erklärung für manch amerikanisches Handeln…

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