Der Bischof und das liebe Geld

Kaum ein Tag scheint momentan zu vergehen, an dem Franz-Peter Tebartz-van-Elst und sein Millionengrab-Bischofssitz Spiegel Online* nicht eine neue Klatschnachricht wert sind. Tebartz-van-Elst! Tebartz-van-Elst! Tebartz-van-Elst! KOTZ.

Mir scheint diese Berichterstattung und dieser Skandal dem Zünden von Nebelkerzen nicht unähnlich zu sein. Warum? Einfach mal diesen Artikel lesen: Geld ist der einzige Gott für die Kirche. Da sind die eigentlichen, alltäglichen Skandale des Kirchenapparates in Deutschland sehr schön zusammengefaßt. Der Artikel beginnt mit:

„Jedes Jahr fließen 19 Milliarden Euro an Zuschüssen und Erleichterungen vom deutschen Staat in die Kassen der Kirchen. Dazu kommen noch einmal 45 Milliarden Zuschuss vom Staat für Caritas und Diakonie und das alles neben der eigentlichen Kirchensteuer, die ebenfalls nochmal 9 Milliarden ausmacht.“

Schön, nicht? Das ist Euer Steuergeld! Selbst wenn ihr aus der Kirche ausgetreten seit, dann buttert der Staat fett Euer Geld in die Kirche! Trennung von Kirche und Staat? Das ich nicht lache.

Was dieser Artikel erwähnt und was Philipp Möller im Interview herausstreicht (z. B. die Pflicht, seine Konfession für die Lohnsteuerkarte anzugeben, ein Vermächtnis von Adolf Hitler!) ist der ganz normale Kirchenwahnsinn in Deutschland, der dringendst beendet werden müsste. Aber da so vieles davon – wenig boulevardnachrichtentauglich – scheinbar Alltag geworden ist und hinter den Kulissen geschieht wird sich in Deutschland kaum einer ernsthaft darüber empören oder gar auf die Straße gehen (lieber schürt SPON typisch deutsch-kleinbürgerliche Neid- und Unrechtsdebatten, überaus peinlich). Tja.


*) die einzige Nachrichtenquelle die ich in den vergangenen Tagen und Wochen trotz meines persönlichen Newszölibats aufgesucht hatte, um eine andere Sichtweise auf die jüngste US-Haushaltskrise zu bekommen.

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