Thanksgiving

Es ist wieder so weit: Turkey Day! So wird Thanksgiving hier oft halb im Scherz genannt. Denn an diesem Feiertag ißt die amerikanische Nation Truthahn.

Üblicherweise ist das ein großes Familienfest. In Ermangelung von Familie haben wir es in den vergangen Jahren ein bißchen zum Brauch werden lassen Freunde, die in einer ähnlichen Situation wie wir sind (also Familie im Ausland oder an der anderen Küste der USA, alleine lebend und so) zu uns nach Hause einzuladen. Thanksgiving macht Spaß.

Und obwohl wir uns mittlerweile fast ausschließlich vegetarisch ernähren wäre dieses Fest nicht was es ist ohne den Truthahn. Dieses Jahr ist unsere Runde eher klein, und so haben wir einen eher kleinen Vogel gekauft (etwa 4kg). Bio, ohne tierisches Futter, und aus Freilandhaltung natürlich. Er hatte ein schönes Leben, so wurde uns versichert. Dann verschied er plötzlich und – vor allem für ihn selbst – recht unerwartet, nehme ich an.

Momentan schwimmt der Vogel nun in der „Brine“, einer Art Solebad. Die besteht aus Salz, Zucker, Wacholderbeeren, Rosmarin und allerlei anderen Gewürzen die mit viel Wasser aufgekocht werden, und dann über Nacht abkühlen muß. Das habe ich also gestern abend gemacht. Die Vorbereitungen beginnen also schon zwei Tage vorher! Heute morgen habe ich den Truthahn nun darin versenkt. Wir verwenden dafür eine Kühlbox die mit Eis gefüllt wird (praktisch, dass der Kühlschrank das automatisch produziert), die Pute selbst ist in einem großen Plastik-Ofenbeutel und schwimmt so in etwa sieben Litern Solebad.

Für Toni ist jetzt schon Thanksgiving – sie hat heute morgen ein Stück Putenhals zum Knabbern bekommen, und heute abend bekommt sie einen Teil der Innereien zum Essen. Sie steht immer ganz aufmerksam parat und wedelt schon mal auf Verdacht, wenn sich in der Küche was regt. 🙂

Morgen Mittag kommt der Vogel dann in den Ofen. Mit einer simplen Füllung aus Sellerie, Karotte, Zwiebel und Pilzen dauert es ca. 2.5 bis 3 Stunden bis er ganz und gar ist. So bleibt dann genügend Zeit die Beilagen vorzubereiten bis die Gäste eintreffen (alle 20-30 Minuten ist allerdings ein Aufguß fällig). Und Truthahn wird, warum auch immer, an Thanksgiving oft am nachmittag gegessen, so zwischen 15 und 16 Uhr. So auch bei uns, Tradition muß sein!

Als Beilagen gibt es dieses Jahr Grünkohl mit Kichererbsen, Chiliflakes und Zitronensaft, im Wok zubereitet, und natürlich Kartoffelpürree (Pflicht!) – letzteres wohl mit karamelisierten Röstzwiebeln, oder vielleicht mit frischen Lauchzwiebeln, da habe ich mich noch nicht festgelegt. Vielleicht mache ich noch eine zweite Beilage, mal sehen.

Klassischerweise wird zum Truthahn Cranberry Sauce serviert. Die finde ich unerträglich. Stattdessen gibt es bei uns Preiselbeersauce (von Darbo!). Jene findet man hier zum Glück in Importläden wie dem World Market. Und die Preiselbeeree heißt Englisch übrigens Lingonberry.

So viel zum Thema Thanksgiving. Ich freu mich schon auf’s Kochen.

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2 Comments

  1. Schön zu hören (lesen), dass der Thanksgiving-Truthahn eine gewisse Tradition in Eurer Familie hat. Und das Ding mit der Cranberrysauce: Gibt´s echt jemanden, dem das schmeckt? Wo Preiselbeeren doch so lecker sind!!!! Viel Spaß beim Gubbeln und viel Erfolg mir Deinem Menü 🙂

  2. das klingt super, schade dass ich nicht um die Ecke wohne! Du freust Dich aufs Kochen? hoffentlich auch aufs Essen 😉 GLG Irmi

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