Fremdschämen oder: was macht’n die Peggy da?

Gerade bin ich über den „Pegida-Song“ gestolpert und auch wenn es vermutlich das einzig richtige ist, sich über die Blödheit dieser Typen lustig zu machen und sie so wie im Video mit ihren peinlichen Aussagen und Gesicht dazu zur Schau zu stellen (wetten, dass einer von denen auf Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte klagt?), so setzt nach kurzer Erheiterung bei mir doch eher Fremdschämen ein.

Wenn man tot ist, dann ist das für einen selber nicht so schlimm, nur für die anderen. Und genauso ist es, wenn man doof ist. (unbekannt)

Wenn ich mir diese Hackfressen anschaue und mir im klaren darüber werde, dass diese Typen den gleichen Pass haben wie ich, dann wundere ich mich ehrlich gesagt ein bißchen über das eher gute Bild, das der Rest der Welt so von Deutschland hat. Denn ich will nicht wissen, wie viele Deutsche es gibt die klammheimlich eigentlich auch ein bißchen so denken: „ich bin ja nicht rechts, aber…“

Quelle: Twitter (klick)

Irgendwie scheint die verkorkste Kleinstaaterei aus dem Mittelalter vielleicht doch in der deutschen Seele tiefer verwurzelt zu sein als einem das bewusst sein mag? Und so wie es scheint im bis vor etwa 20 Jahren sorgfältig umzäunten Osten mehr als im Westen (obgleich die Reaktionen auf Shuwen beim Betreten von baden-württembergischen Provinzlokalen doch auch etwas schräg waren).

Sprach die Mutter in Dresden als sie ihren Sohn suchte: Ich will mal nach dem Rechten sehen… (ja, böse)

Da drängt sich doch die Vermutung auf, dass der „antikapitalistische Schutzwall“ von vielen wohl auch als Ausländerblockade angesehen wurde. Ja, vermutlich tut man damit den vielen normalen Menschen Unrecht. Aber das ist das Problem: wer am lautesten schreit wird wahrgenommen – und normale, gemäßigte Menschen schreien halt nunmal nicht. Nicht in Deutschland, und nirgendwo sonst auf der Welt…

Nachtrag, 24. Januar: bei „eines tages“ (Spiegel Online) gibt es gerade einen passenden und sehr erschreckenden Artikel zur Neonazi-Szene in der damaligen DDR.

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