Der Umzug (Teil 5)

Nachdem sich meine Wanderpläne für die kommende Woche gerade dank eines Feuers (#walkerfire) zerschlagen haben bleibt nun unerwartet und ausreichend Zeit, nicht nur (wie immer) Photos zu bearbeiten, sondern auch um das Epos „Umzug“ (und Hausverkauf) fortzubloggen, äh, -setzen. Dieser Teil widmet sich nun ein wenig der Suche nach einem neuen Haus.

Wir erinnern uns, dass in Teil 4 das Häusl erfolgreich verkauft wurde. Wir haben natürlich schon währenddessen nach brauchbaren Häusern geshoppt. Und das ist reichlich nervig, wie man sich unschwer vorstellen kann. Denn unser Reihenhaus wurde im Jahr 2006 gebaut… wenn man dann Häuser anschaut die in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrtausends (gnihihi) gebaut wurden kann das natürlich unter Umständen deprimierend sein.

Die meisten älteren Häuser werden jedoch entweder als „remodeled“, also renoviert, verkauft, oder haben den Hinweis „needs complete remodel“ (muss komplett renoviert werden) oder zumindest „needs TLC“ (= tender loving care, sprich, einiges an Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten).

In einer Gegend die für uns durchaus in Betracht kam haben wir ein Haus besichtigt das wohl ziemlich lange im Besitz älterer Herrschaften war. Dort habe ich dann Photos von wunderschönen Tapeten und abenteuerlichen Kochstellen gemacht:

Leider war das Haus, dessen Grundriß uns wirklich sehr zugesagt hätte, auch ohne Renovierung schon am oberen Ende unseres Budgets, so daß es leider nicht in Frage kam. Ein Jammer.

Aprospos Grundriß: der ist in den ganzen Verkaufsangeboten leider die absolute Ausnahme. Man bekommt viele mehr oder weniger schöne Photos gezeigt, eine Beschreibung des Objekts, Größe der einzelnen Räume, aber einen Plan auf dem man sieht wie die Räume angeordnet sind? Fehlanzeige. Man kann versuchen sich das anhand der Photos ungefähr vorzustellen, aber da Immobilienphotos stets mit Weitwinkelobjektiven gemacht werden kann das ganz schön täuschen (alles sieht wahnsinnig großzügig dimensioniert aus, weil diese Objektive die Eigenheit haben großes im Vordergrund größer erscheinen zu lassen, und kleines in der Ferne noch kleiner).

Zudem sind entweder die Fotografen oder die Makler teilweise nicht in der Lage, Bilder wenigstens zusammenhängend zu machen oder in einer solchen Reihenfolge ins Netz zu stellen: „Aha, dies ist der Eingangsbereich! Und hier ist ein Bild von einem WC. Wie schön.“

So bleiben einem dann, schon um nur eine einigermaßen brauchbare Vorauswahl zu treffen ob einem die Raumanordnung überhaupt zusagt Besichtigungen. An Wochenenden kann man das oft alleine machen wenn der Verkäufer und dessen Makler denn ein „Open House“ (siehe Teil 3) macht. Andernfalls vereinbart der Käufermakler mit dem Verkäufermakler einen Termin, zu dem man das Haus besichtigen kann.

Bei einem dieser Open Houses besichtigten wir dann ein ganz fabulöses Einfamilienhaus – ebenerdig (keine Treppen), kleiner Garten mit einem Hang (schön Privat), Schiebetür von der Küche zur Terasse, und die Terasse ist überdacht – sofort hatte ich den Gedanken an ein sonntägliches Terassenfrühstück. Der Hund schnuppert im Garten rum und man trinkt Kaffee und ißt Toast und hört die Vögel zwitschern. Wir wollten dieses Haus, definitiv.

Es war Sonntag, und es war Vatertag. Der Makler des Verkäufers sagte uns, dass sein „Dienst“ im Open House um 15 Uhr beendet ist, dann geht es zu seiner Familie. Wir sind nette Menschen und haben ihn am Sonntag in Ruhe gelassen damit er sich von seiner Familie verwöhnen lassen kann. Am Montag ruft unsere Maklerin ihn an, weil wir ja ein Angebot machen wollen – und das Haus war bereits verkauft. Am Sonntag abend hat der Verkäufer ein Angebot angenommen. ARRRRRRRRRRGH!!! 😦

Diese Enttäuschung und Lektion führte dann dazu, dass wir beim nächsten geeigneten Objekt sehr sehr sehr schnell ein Angebot gemacht haben. Ein Fehler! Die Besichtigung am Sonntag nachmittag verlief nämlich während die gesamte Besitzerfamilie inklusive Oma zu Hause war. Entsprechend gehemmt ist man natürlich, in Ruhe alle Räume anzugucken, ein wenig zu verweilen und nachzudenken. Die Lage war sensationell gut – am Ende einer Sackgasse, ruhig und doch einigermaßen zentral, und Shuwen müßte auf dem Weg zur Arbeit nicht mal auf die Autobahn. Also Angebot rausgehauen, zack zack!

In der Woche darauf haben wir dann einen Home Inspector angeheuert und während der zwei Stunden die so eine Inspektion dauert haben wir uns das Haus nochmal in Ruhe angesehen und gemerkt: das taugt uns nicht. Also Angebot zurückgezogen, $400 für die Inspektion in den Wind geschossen, zurück auf Los. Grummel. :-/

Derweil rückte der endgültige Verkaufstermin („close of escrow“) unseres Reihenhauses immer näher und es wurde langsam Zeit, sich nach einer neuen Bleibe umzuschauen und einen ersten Umzug zu organisieren. Das Zeitfenster zwischen Verkauf und möglichem Neukauf wurde einfach zu klein um da zu zocken, und wenn man ein Haus kauft dann will man ja nicht aus Zeitgründen etwas kaufen das einem nicht ausreichend zusagt.

Es folgt also ein kurzer Exkurs in „die Wohnungssuche“ im nächsten Teil. Beinhaltet dann wieder ein paar Dinge die ich ganz interessant finde. Ihr werdet sehen! 🙂

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