Man lernt nie aus

Oder, wie meine Mutter zu sagen pflegte: „Man wird alt wie ’ne Kuh, und lernt immer noch dazu.“ Und das hier, das ist ein Wärmefühler. Das habe ich gestern gelernt, und einiges über die Funktionsweise von Boilern ebenfalls.

Wärmefühler (Thermocouple)
Wärmefühler (Thermocouple)

Der Wärmefühler sitzt nämlich direkt neben der Zündflamme des Warmwasserboilers. Der Boiler wird hier, wie auch der Wäschetrockner und der Heizofen (sowie das Kochfeld), mit Erdgas betrieben. Ist die Zündflamme an erwärmt sie den Wärmefühler und eine sehr niedrige Spannung (20mV) signalisiert dem Thermostat, dass das Gasventil zum Brenner geöffnet werden kann um das Wasser zu erhitzen – das Gas verbrennt kontrolliert, und alles ist in Butter.

Ist die Zündflamme, warum auch immer, aus, dann signalisiert der Wärmefühler natürlich nix, und der Thermostat dreht das Gas ab (sowohl zur Zündflamme, als auch zum eigentlichen Brenner). Der Aufbau hinter dem Thermostat ist wirklich denkbar simpel: kleine Gasleitung geht zur Zündflamme; Zündvorrichtung geht zur Gasleitung der Zündflamme, Wärmefühler geht zur Zündflamme; dicke Gasleitung geht zum Brennelement (das Brennelement sieht ganz ähnlich aus wie das von einem Gasherd). Der Wärmefühler ist ein überaus simples Teil, dass man für $11 im Baumarkt bekommt.

Bißchen blöd ist, wenn der Wärmefühler ausfällt. Dann sagt er dem Thermostat nämlich nicht mehr, dass die Zündflamme brennt, und der Thermostat dreht das Gas ab, und die Zündflamme geht aus, und der Boiler ist quasi aus. Dann braucht man einen neuen Wärmefühler.

Nicht so schlimm wenn das an einem Werktag ist. Der Aufbau ist simpel, der Wärmefühler ist simpel, man fährt zum Baumarkt und kauft einen neuen Wärmefühler. Praktisch, wenn die Frau bereits beim Duschen merkt, dass das Wasser irgendwie nicht so richtig warm ist. Nicht so praktisch hingegen wenn sie nix sagt weil sie denkt, der Mann habe vielleicht die Temperatur verstellt (weil er das ja ständig macht, nicht? Männer haben ja gar nichts anderes zu tun als permanent die Temperatur des Boilers zu verstellen!) – oder vielleicht die Handwerker.

Auch nicht so günstig, wenn der Werktag dann verstreicht und der Mann so kurz vor Mitternacht bemerkt, dass irgendwie so gar kein warmes Wasser aus der Leitung kommt. Und auch eher ungünstig, wenn der nächste Tag dann ein Feiertag ist. Einer der wenigen, an denen wirklich alles zu hat.

Und ganz und gar nicht günstig, wenn der einzige Weg zu einem neuen Wärmefühler über den fünften Klempner führt, und der das Ding auf Vorrat hat und auch am Weihnachtsfeiertag (der sich hier ja auf den 25. Dezember beschränkt) bereit ist, mal eben vorbeizuschauen und das Teil einzubauen. Denn offiziell darf man das selber ja nicht. 😡

Oh Du widerlicher, dummer Wärmefühler, warum mußt Du ausgerechnet zu Weihnachten die Grätsche machen, warum warum warum?

Die Frau sagt, der morgendliche Duschgang nach erfolgter Installation des neuen Wärmefühlers war vermutlich der teuerste aller Zeiten. Natürlich könnte man sich mal den morgendlichen Duschgang auch mal sparen und einfach auf den nächsten Werktag warten – aber halt nicht wenn man zwei Tage lang im Haus rumgewerkelt hat, eher männlich-markant duftet, und sich für den Nachmittag und Abend Gast oder Gäste angekündigt haben. Eine Dusche! So viel Zivilisation muß ja wohl noch sein dürfen!

Derweil freut sich der Klempner vermutlich über relativ schnell und einfach verdientes Weihnachtsgeld. Sein Name ist Vladimir, er ist Bulgare übrigens, und sehr nett und höflich.

Und, tolles weihnachtliches Detail am Rande: der Klempner den ich zunächst angerufen hatte (weil er ein überaus positives Online-Review von einem Freund hatte) war auf Familienbesuch und konnte uns nicht helfen – stellte aber den Kontakt zu Vladimir her. Das fand ich dann doch schwer in Ordnung.

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1 Comment

  1. Etwas verspätet wünsche ich alles Gute zu den weiteren Festtagen sowie ein glückliches Neujahr mit Gesundheit und erfolgreichen Schaffen in der Kunst wie auch im Haus und Garten.Herzlichen Grüße aus dem Burgenland!

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