Dschungelcamp im Dachstuhl

Über die Bauweise der Häuser hier habe ich ja schon in der Vergangenheit geschrieben. Mittlerweile haben ich da mit unserem Haus Baujahr 1974 nochmal ganz neue Einblicke gewonnen, und einer davon ist der Dachstuhl und die darunter liegende oberste Geschoßdecke (und da wir ja ein eingeschößiges Haus haben, ist das halt überall die Zimmerdecke).

In Deutschland sind die Decken zwischen den Geschoßen und die oberste Geschoßdecke ja überwiegend massiv – eine Beton- oder Ziegeldecke, in älteren Häusern aber auch Holzbohlen. In jedem Fall sind es mehrere Lagen die da zusammenkommen.

Hier? Nichts. Nichts! Die horizontal verlaufenden Holzbalken werden von unten mit Gipskarton zugemacht. Das wars. Das bedeutet: wenn man sich in den Dachboden begibt, dann betritt man dort oben am besten wirklich nur die Holzbalken, sonst tritt man womöglich versehentlich geradewegs durch die Gipskartonplatte durch! Bei Personen meiner Gewichtsklasse durchaus ein Problem.

Fatalerweise erstreckt sich oberhalb dieser horizontalen Dachbalken ein Gewirr aus weiteren Balken, senkrecht und diagonal, die dem ganzen Dachaufbau die nötige Stabilität und Steifigkeit verleihen. Sprich: wirklich Platz um sich zu bewegen hat man da nicht, und erschwerend kommt hinzu, dass so ein Flachdach mit geringer Dachneigung halt, äh, wirklich flach ist. Und von oben ragen die Dachpappnägel durch die Sperrholzplatten in den Dachschrägen. Zwischen den horizontalen Balken, auf den Gipskartonplatten die gleichzeitig auch Zimmerdecken sind, liegt etwas Dämmung rum. Lose Glaswolle. Lose! Das es da oben eher sackdunkel ist versteht sich natürlich von selbst.

Zusammengefasst: Balkengewirr, kein Platz zum aufrecht Stehen, lose Glaswolle, dunkel, Nägel von oben, und ja nicht auf die Gipskarton treten – jetzt versteht ihr sicherlich den Titel dieses Eintrags… 😛

Und natürlich wurde es nötig, dass ich mich in diese Folterkammer begeben musste: nämlich um ein einfaches Licht gegen ein kombiniertes mit Ventilator auszutauschen, im „Master Bathroom“, in diesem Falle also dem herrschaftlichen Scheißhaus. 😀

Für diesen Einsatz braucht es also: lange Ärmel und Hosenbeine (eh klar), denn lose Glaswolle juckt wie die Hölle! Einschnaufen sollte man den Scheiß auch nicht, also Schutzmaske über Mund und Nase. Damit atmet es sich unter den Bedingungen im Dachstuhl dann auch gleich viel leichter. Äh, nicht. Kopftuch um die Haare vor dem zwangsläufig aufgewirbelten Glaswollstaub zu schützen, Handschuhe gleichfalls, Stirnlampe. Eine Schutzbrille wäre eigentlich auch schön gewesen, hab ich aber nicht. Noch nicht.

Und so sieht das dann aus (die Handschuhe fehlen da noch)…

Ab in den Dachstuhl

Ich freue mich schon auf den nächsten Einsatz – momentan pustet der Ventilator die Abluft nämlich nur in den Dachstuhl. Wenn wir (hoffentlich sehr sehr bald) unser neues Dach haben kommt über das Bad natürlich ein Lüfterstutzen hin, und dann kann ich den Schlauch vom kombinierten Ventilator-Licht da anschließen. Hurra!

Auf lange Sicht will ich wohl zumindest die lose Glaswolle da rausholen und durch (mehr) Dämmung in Plattform ersetzen.

 

 

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