Ein (neues) Dach über dem Kopf

Bei Regenwetter Ende Januar geschah es: im Gästebad tropfte es beim Fenster in die Bude, und eine Inspektion an meinem Lieblingsort im Haus räumte jeden Zweifel aus: das Dach hat ein Leck. Typischerweise natürlich an einer sogenannten „Durchdringung“, wo der Sanitärlüfter rausgeht. Super!

Eigentlich hatten wir ja gehofft, dass dieser Kelch zunächst an uns vorübergehen würde und wir das Geld erstmal für schönere Dinge ausgeben könnten, aber nun war’s halt unvermeidlich. Da war ohnehin schon wussten, dass das Unterdach (sprich: die Dachpappeschicht) wohl am Ende ihrer Lebenszeit angelangt war, und der Austausch dieser auch schon in den Hauspreis eingeflossen war, kramten wir also die diversen Angebote die wir schon hatten raus, und fanden auch recht schnell einen Dackdecker der recht kurzfristig loslegen konnte.

Und da die ollen Betondachsteine auch schon ziemlich oll aussahen und sie ja ohnehin runtermüssen wenn man neue Dachpappe bekommt haben wir das halt gleich alles komplett machen lassen.

Am ersten Tag rückte in der Früh der Trupp der Abrissfirma an – ein Subunternehmer des Dackdeckers der nichts anderes macht als alte Dächer runterzureissen. Auf dem Lastwagen prangt der Slogan „Best rip-off in town!“ 🙂 und nach ein paar Stunden war vom alten Dach nichts mehr zu sehen. Nachdem mit einem dicken Magneten am Stock die heruntergefallenen Nägel aufgesammelt werden braust der LKW davon, das wars.

Am nachmittag wird dann der erste Teil des neuen Bedachungsmaterials angeliefert: Dachpappe, Nägel, Blechteile, derlei, und am Morgen des zweiten Tags fangen die eigentlichen Dachdecker dann mit ihrer Arbeit an, und es wurden auch die neuen Betondachsteine angeliefert.

Einen Tag dauerte es bis die Dachpappe komplett verlegt war, dann rückte kurz ein Trupp Helfer an der die Betondachsteine palettenweise aufs Dach hebt, von wo sie dann mit Muskelkraft in Bündeln auf dem Dach verteilt werden.

Am dritten Tag werden dann schon die Betondachsteine verlegt – wundersamerweise ohne Dachlatten! Bei den geringen Temperaturschwankungen in San Diego und der relativen Trockenheit ist die zusätzliche Hinterlüftung der Dachsteine schlicht nicht nötig, und unser Dach ist so flach, dass die Dachsteine schlicht direkt auf die Dachpappe gelegt und vernagelt werden. Klingt zwar komisch, is‘ aber so.

In den kommenden Tagen werken dann nur noch zwei der Dachdecker an den ganzen Details und schneiden die Dachsteine an den ganzen Winkeln und Kehlen zu. Was mich völlig irritiert: es gibt hier kaum Formsteine für die Dächer. Das, was man in Deutschland als Ortgangziegel kennt, oder auch Firstender, halbe Dachsteine, usw. – völlige Fehlanzeige. Die Ortgänge werden schlicht mit Firstziegeln verkleidet. Weniger unterschiedliche Materialien, geringere Kosten, eh klar.

Bißchen schade finde ich das trotzdem: da bekommt man ein neues Dach, und der „Look“ bleibt eigentlich weitgehend der gleiche. Na ja, Hauptsache das Dach ist wieder dicht. Wenn man im Haus sitzt dann sieht man es ja eh nicht. 🙂 Und für die nächsten 30 bis 50 Jahre haben wir hoffentlich kein Leck mehr – das garantiert der Dachdecker auch teilweise, mit einer 10-Jahres Garantie, oderso.

Hier ein paar Bilder:

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