Verlorene Freunde

Trotz Internet, Facebook und super sozialer Vernetzung und überhaupt verschwinden Menschen, Freunde, „von früher“ manchmal einfach so vom Radar. Dies einen Nachruf zu nennen wäre falsch, ich hoffe doch, dass sie noch leben!

  • Christoph Stolz aus Ehlhalten, mit dem ich beim um-die-Häuser ziehen in diesem kleinen Kaff unglaublich viel Spaß und Blödsinn gemacht hatte. Er hat mich außerdem in meinem jugendlichem Alter vom Popper zum Metaller konvertiert, in zahlreichen Kopiersessions wurden so die Schallplatten unter Zuhilfenahme von edlem Dual HiFi-Gerät (das war total wichtig damals!) auf Kompaktkassetten gebannt (Dolby B, Dolby C, Dolby HX Pro) die dann im Walkman viel zu laut langsam zu Tode genudelt wurden. Was für eine Zeit!
  • Uli Hochstetter aus Garching bei München, ein Kontakt aus der Amiga-Szene der mich mit dem frühen „Technosound“ aus deutschen Landen infizierte (genauer gesagt „Sound of Frankfurt“, aber den Begriff kannte ich damals nicht… Thorsten Fenslau! Der Eisbär! Die Schwarze Zone! und natürlich – Der Komtur! Fett! Ausserdem Oliver Lieb, damals schon aktiv, Force Legato – System v3 –  Hammer!) und meine Begeisterung für elektronische Musik endgültig zementierte, als er mir Sachen von Front 242, Force Dimension und vielen anderen vorspielte. Ohne ihn hätte ich Landei das alles gar nie mitbekommen.
  • Florian Vorberger, einer der Programmierer des DeliPlayer für den PC (Adaption des legendären DeliTracker vom Amiga) den ich damals als Betatester und QA, später auch als Forenmoderator vermutlich öfters mal genervt habe. Zum Dank bekam ich eine Flasche Glenmorangie, und wurde so in die Zirkel der Single Malt Liebhaber eingeführt (was sich auf Dauer als eher kostspielig erwies:-)

Danke Euch, wo auch immer Ihr heute seit. Für den Fall der Fälle: ich hab ein Kontaktformular auf meiner Webseite.

 

Musik

Vielleicht bißchen kitschig-schwülstig und esoterisch (und vermutlich auch durch die Übersetzung – nicht von mir – verhunzt), aber in der Essenz doch einen Blogpost wert:

Eines der grossen Geschenke an den Menschen ist die Fähigkeit, mit unserer Stimme ein breiteres Spektrum an Tönen hervorzubringen als jede andere Lebensform, und die Fähigkeit, Instrumente herzustellen, die ebenfalls musikalische Töne erzeugen. Kreativer Ausdruck und Unterhaltung können auch die Musik umfassen, aber sie ist so wichtig, dass sie eine unabhängige und eigene Aufgabe darstellt. Die Musik beeinflusst die ganze Menschheit, und die Energie der Musik kann tatsächlich heilsam sowohl für den Körper als auch für den Planeten sein. Friedliche Musik zu hören, die in ihrem Rythmus dem des menschlichen Pulses entspricht, kann einen zutiefst positiven Einfluss auf unsere Nerven und unseren Gemütszustand ausüben. Jeder ist musikalisch und wird von der Musik beeinflusst. Musik ist die Sprache Deiner Seele. Sie ist die Stimme unseres Planeten, die die Verbindung zum Universum schafft.

Quelle: Marlo Morgan: „Traumreisende“

Major Tom und Wortspiele

Die Music bei Trader Joe’s ist heute mal wieder Anlaß für einen (diesmal eher kurzen, aber wie bei Musikthemen manchmal unvermeidbar kunterbunt gemischten) Blogpost. Da lief nämlich Major Tom – auf Englisch! *kreisch*Mehr

Frische Hirschmilch, bitte! (Progressive House?!)

Mal zwischendurch was zum Thema Musik. Ich bin ja durchaus ein Freund der elektronischen Tanzmusik (und natürlich habe ich auch einen Draft in meiner Post-Reihe über meine persönliche Musikentwicklung auf Lager, seit etwa zwei Jahren… ahem;-) – habe aber, nachdem sich mein liebstes 4/4 Genre (Goa- oder Psytrance) so ab dem Jahr 2000 in dumpfes Gewummer mit Offbeat-Galoppierbass verwandelt hat (was das ist, fragt ihr? ganz einfach: es macht immer umpf-tschagga-umpf-tschaggaumpf ist die Bassdrum [auf dem ersten Beat] tschagga ist die Bassline [zwischen den Beats] – alles klar?), nicht mehr sehr viel davon konsumiert (stattdessen mehr und mehr Ambient, Drone, Dark Ambient).

Dank Facebook bin ich mit einem alten (Goa/Online) Freund wieder in Kontakt gekommen – Sascha aka „dj baq“. Der wiederum hat mit Kumpels ein Webradio am laufen, dass sich der elektronischen Tanzmusik widmet: Hirschmilch Radio (fragt mich nicht wie es zu dem Namen gekommen ist. Ich weiss es nicht. Ich tippe auf Blödsinn).

In den Newsbeiträgen auf der Webseite bin ich dann auf einen Mix gestoßen, den ich mir ob des Genres erstmal nicht angehört hätte: „Progressive House“. Was für ein bescheuerter Name für ein Genre. [alles was sich als „progressive“ bezeichnet finde ich erstmal suspekt. Wer zieht sich denn selbst das Mäntelchen an auf dem steht „ich bin fortschrittlich“, bitte? Und dann auch noch House? House war doch diese leicht angesäuselte Arschwackelmusik, oder?]

Aber da es sich um eine handverlesene Track-Auswahl von Sascha handelt, hab ich mir den Mix mal gezogen, und angehört. Die H-Milch Session 001. Und ich war geplättet. Das hatte mit House nix zu tun. Eher mit Trance, aber Sascha sagt, der Begriff ist so ausgelutscht, das geht gaaaaar nicht. Ich finde das geht schon, und habe vorgeschlagen, das Genre „Trance Noir“ zu nennen. Ist nämlich immer irgendwie ein bißchen melancholisch, oder düster. Das gefällt mir ausgesprochen gut.

Irgendwann, nach schier eeeeeendlos langem Warten, gab’s dann mal ein Update: die H-Milch Session 002, erst als Livestream zum Mithören, dann später zum Saugen. Und dann die 003. Und so weiter. An der Stelle mal FETT Respekt und Danke an Sascha, der (beinahe) Woche für Woche die Mixe zubereitet. Da ich dies schreibe sind es jetzt 38 davon. Er ist ein Tier. (grade mal gecheckt: 7.5GB – eigentlich verrückt, wie wenig Platz so viel Musik einnimmt.)

Beim Download muss man stets schnell sein, im Hirschmilch-Stream auf Soundcloud steht immer nur ein begrenzter back catalog der Mixe zur Verfügung.

Aktuell ist mein Favorit die noch sehr frische Session 037. Fantastische Tracks, die erste Hälfte eher sphärisch und schwebend, die zweite Hälfte dann voll auf die Zwölf: bretternde Sequenzerbasslines, trockene Bassdrums, schneidende Snares, Effekte mit Hallfahnen bis in die Unendlichkeit die sich unter die Bassdrum ducken, fette Synthis, spacige Flächen… es ist unfaßbar dass es heute möglich ist so fette, und trotzdem transparente Mixe zu produzieren. Einfach nur Wahnsinn. [da wünscht man sich einen Club mit wenig Licht, viel Schwarzlicht, Nebel – und Strobos, bitte.]

Wer auf den guten alten EyeQ/HH Trance abgefahren ist, auf Superstition Records und Platipus, wer den melodiösen, verspielten Goatrance vermisst und von dem dumpfen Gebretter dass daraus geworden ist einfach nur genervt ist, der wird vielleicht so wie ich in Progressive House / Trance Noir 😉 eine neue Heimat finden. Das ist das gute Zeug – modern, nachtschwarz, pulsierend und auf Hochglanz poliert. Und ohne Kitsch. Viel Spaß!

PS: eine Facebook-Seite haben die Jungs natürlich auch.

Musik (1)

Ich wollte schon lange mal erzählen was ich für Musik höre, wie ich dazu kam, was mich damit verbindet. Denn irgendwie ist Musik etwas ganz besonderes für mich. Ich will also einfach mal erzählen wie sich mein Musikgeschmack entwickelt hat. Eine Art Autobiographie die niemandem gefallen muss, die ich nicht verkaufen will, ich will sie einfach nur erzählen. Für mich selbst. Also fange ich einfach mal damit an.

So ganz nebenbei gibt es damit vermutlich viele viele Links zu YouTube (von denen hoffentlich wenigstens ein Teil auch außerhalb der USA funktioniert, die Plattenfirmen sind da ja etwas äh… altmodisch aufgestellt) und damit also hoffentlich Spaß und Verwunderung bei schrägen Videos. Ich habe es schon immer sehr gemocht solche Dinge mit anderen zu teilen. Wenn nur ein einziger Leser dieser Zeilen auf diese Weise auf Musik stösst die er noch nicht kannte und die ihn (oder sie) berührt, dann freue ich mich darüber.

Meine frühesten Erinnerungen an eine bewusste Wahrnehmung von Musik gehen zurück zu der Zeit als ich 9 oder 10 Jahre alt war. Es gab das eine oder andere Lied, das mir gefiel, ich hatte einen Kassettenrekorder mit dem ich einfach so Lieder aus dem Radio aufnahm. Mehr oder weniger wahllos. Es war nicht die bewusste Beschäftigung mit einem konkreten Stil sondern einfach nur die Suche nach „klingt gut“. Ein paar der Lieder an die ich mich erinnere sind z. B. „Abracadabra“ von der Steve Miller Band (da ist so eine Art „Solo“ drin, ziemlich schräg, ziemlich gut), oder „Deja Vu“ von Spliff (ja, ganz schön merkwürdig, aber hey, diese Kombination aus Gitarre, Synthflächen und dem geilen Slapbass, dazu der schräge „Gesang“ mit den schrägen Lyrics…. finde ich heute noch klasse!), oder – Achtung – die „Kalte Insel“ von The Days. 🙂 (so nebenbei: spätestens dann wenn man sowas sucht und findet muss man doch YouTube einfach lieben, oder?)

Als ich dann 12 oder 13 war wurde Musik auch zu einem Stück „Kultur“ für mich – es war auch die Zeit die heute als „die eightiiiiiies!“ gefeiert wird. Cyndi Lauper’s „She Bop“ ist ein Stück aus dieser Zeit an das ich mich erinnere, und „Road to nowhere“ von den Talking Heads (deren David Byrne mir sehr viel später wieder musikalisch begegnen würde als ich den Songs von einigen Compilations nachging – das wunderschöne „Machu Picchu“ von seinem „The Forest“ Album sei hier erwähnt – was für ein wunderbares Stück!), und „Such a shame“ von Talk Talk (mit diesem leicht schrägen Orgelversatz nach dem Refrain).

In dieser Zeit fielen auch viele (das erste Mal…) auf Dieter Bohlen rein (ich weiß wirklich nicht wie ich das besser sagen soll), vermutlich wegen Thomas Anders, denn mal ehrlich: Bohlen war schon immer saupeinlich, und selbst in meinem zarten jugendlichen Alter blieb mir nicht verborgen, dass sich der zweite Hit der ersten Platte genauso anhört wie der dritte Hit der zweiten Platte und der erste der Dritten. Oderso. Cheri Cheri Lady, you can win if you want my heart and my soul und dann fahren wir mit Brother Louie in Geronimo’s Cadillac nach Atlantis (das is nämlich Calling). Nein, ich setze absichtlich keine Links in diesem Absatz – man hat ja schließlich seinen Stolz, und die Erinnerungen schmerzen auch so schon genug, oder?

Dann waren da natürlich die Meister der Fönfrisur, dieses immer noch irgendwie witzige Discoding „You spin me round“ mit dem Spinner mit der Augenklappe, und nicht zu vergessen Boy George mit dem Culture Club. Klar, die zeitliche Abfolge ist ziemlich wirr, aber darum geht’s ja auch nicht.

Neben der Popmusik dieser Zeit streiften mich natürlich auch die späten Mainstreamausläufer der „Neuen Deutschen Welle“ (der Link führt zum englischen WP-Artikel, der listet wenigstens gleich mal ein paar Künstler- und Bandnamen auf) – hach, wir haben sogar im Deutschunterricht mit unserer Lehrerin über Falco’s absolut skan-da-löses „Jeannie“ diskutiert! Ansonsten fand und finde ich aus dem Mainstream der NDW eigentlich nichts besonders erwähnens- oder erinnerungswürdig.

Aber weil die Videos, die Auftritte und die Klamotten so zum Brüllen sind seien aus diesem Grund doch ein paar aufgelistet: der Goldene Reiter von Joachim Witt erwähnt (welcher Jahre später mit seinem pompösen Schmalzpop a la „Die Flut“ nochmal zurückkehrte, anstatt in Würde zu altern – na ja). Und der spacige Refrain vom „Major Tom“ war schön, ja sicher… (der Link geht zur englischen Version, denn… haha… OMG gebt Euch den Text und den deutschen Akzent – voll Panne oder?). Hubert Kah – heiliger Bimbam, geht dieser Aufzug als Jugendsünde durch? Trio’s „Da Da Da“ muss man erwähnen (später entdeckte ich dann den musikalischen Tausendsassa Uwe Schmidt, der sich dieses wundersamen Liedguts als Senor Coconut nochmal angenommen hat und eine Latin-Version gezaubert hat die ich – wie die vielen anderen Latin-Remakes die er mittlerweile gemacht hat – auch erwähnen muss; und wer bei „Beat It“ nicht wenigstens grinsen muss geht zum Lachen vermutlich in den Keller).

Tja, so begann das also. Wie kann ich das nun zusammenfassen? Als ich begann bewusst Musik zu hören befand sich die massengerechte Musik (und nichts anderes ist das alles ja) definitiv im Aufwind der synthetischen und elektronischen Klangerzeugung, und diese Klänge haben mich angesprochen, oder vielleicht geprägt. Ich habe keine Ahnung was zuerst kam, aber das macht ja auch nichts. Ich hoffe das Lesen hat dem einen oder anderen bis hierhin Spaß gemacht. Weiter geht’s dann irgendwann mit dem Schwenk zu den harten Stromgitarren. 🙂

Generation Brüllwürfel

Ich erinnere mich noch daran als die „Walkmänner“ (wie damals einfach all die kleinen portablen Kassettenabspielgeräte in Anlehnung an den Markennamen von Sony genannt wurden) zu echten Vorzeigestücken wurden – immer kleiner, immer feiner, und der Klang, die Kopfhörer oder Ohrhörer, das war richtig wichtig, da hat man als Schüler schon ordentlich Geld dafür ausgeben. Naja, früher war eben alles besser. 😛

Denn heute… heute begegnet man auf der Straße garantiert recht zügig einem angepassten Vertreter der Generation Y, ganz individuell uniformiert Hosenschritt in den Kniekehlen, Baseballkäppi schrag auf halb acht auf dem Kopf, und mit dabei? Grässlich quäkenden Plastikssound aus dem Handy, eh klar.

Da scheppert ein hilfloser Frequenzbrei aus dem Fitzellautsprecher des armen Geräts, es ist eine Qual. Jetzt nur nicht hinschauen. Neulich hatte einer echt das Ding wie ein Italiener an ’nem Benzel um den Hals und ist – schepper-krach – mit aufgedrehtem „Sound“ damit durch den Supermarkt. Gehts noch peinlicher? Eigentlich muss man diese Typen doch auslachen, oder?

Andererseits… vielleicht ist es ganz gut, dass die Telefonchen so einen jämmerlichen Sound von sich geben – die Beschallung durch den geschulterten Ghettoblaster (YO!) wäre ja wahrscheinlich noch viel weniger erfreulich…